01.08.2010 / 07:25

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Schreyer-Stäblein zur Regierungserklärung von Kultusminister Ludwig Spaenle

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Schreyer-Stäblein will Anwältin für die Kinder sein Verfasst von Isartal Redaktion am 27.03.2009
Reformstau in der Schule Bildrechte: Vasiliy Koval - Fotolia.com | mehr

Als Rednerin nach der Regierungserklärung von Kultusminister Ludwig Spaenle hat sich die Unterhachinger Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer-Stäblein gegen die Abschaffung des Übertrittsverfahrens ausgesprochen. Im Plenum des Bayerischen Landtags sagte die Diplom-Sozialpädagogin in ihrer ersten Rede im Plenum: „In Bayern ist die Übertrittsphase verlängert und weiterentwickelt worden. Der vielfach angeprangerte Druck, der auf den Kindern lastet, wurde erheblich verringert.“ Es geistere weiterhin das Argument herum, Kindern werde durch den Übertritt Angst eingejagt und sie erhielten psychische Schäden. Eine Studie der Universität Dortmund zeigte genau eine andere Erkenntnis. Die meisten Grundschüler würden sich auf die neue Schulart freuen. Lediglich 7,7 Prozent der Schüller würden sich wegen des Übertritts Sorgen machen.“

Die Verlängerung der Grundschulzeit sei aufgrund der aktuellen Erkenntnisse derzeit auch keine Alternative, so Schreyer-Stäblein. „So lange wir nicht sicherstellen können, dass wissenschaftlich fundiert die Verlängerung der Grundschulzeit für unsere Kinder einen Vorteil bedeutet, sollten wir davon absehen und die entsprechenden Stu dien kritisch begleiten. Mir ist bewusst, dass es für beide Modelle auch die jeweiligen Studien gibt. Dennoch sollten wir nicht einfach über die Bedenken derjenigen Wissenschaftler, die uns vor der verlängerten Grundschulzeit warnen, hinweggehen. Wir müssen uns kritisch damit auseinandersetzen.“ Anerkannte Wissenschaftler würden sogar davon sprechen, dass die sechsjährige gemeinsame Grundschulzeit für die meisten Kinder mehr Nach- als Vorteile für ihre Entwicklung bringen würde. In seiner ELEMENT-Studie komme der anerkannte Berliner Bildungswissenschaftlicher Rainer Lehmann zu dem Schluss, dass die verlängerte Grundschulzeit, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, allen schade. Selbst soziale Disparitäten seien durch längeres gemeinsamen Lernen nicht abzubauen.

Marcus Hasselhorn empfehle in einer entwicklungspsychologischen Studie dringend, aufgrund der Entwicklung des Selbstkonzeptes mit elf Jahren, unbedingt davor den Übertritt in weiterführende Schulen durchzuführen. Länder wie Berlin und Brandenburg mit einer sechsjährigen Grundschule würden zu den innerdeutschen PISA-Verlierern gehören. Schreyer-Stäblein äußerte im Landtag den Wunsch, dass der Prozess, der im Bildungsausschuss begonnen worden ist, sich sachlich mit den Argumenten auseinanderzusetzen. „Wir müssen Anwalt der Kinder sein, nicht der Eltern. Hier geht es um das Wohl unserer Kinder.“ Hier seien auch die Abgeordneten gefordert, Informationen nach außen zu tragen. So sei es Fakt, dass in B ayern fünfzehn Wege vorhanden seien, um später an einer Hochschule studieren zu können. „Ebenso muss Eltern klar gemacht werden, dass das Gymnasium nicht allein glückselig machen ist. „Wenn ein Kind aufgrund seines Entwicklungsstandes derzeit noch nicht in der Lage ist, diese Leistungen zu erbringen, sollten wir es auch nicht auf ein Gymnasium quälen, sondern lieber die Zeit geben, die es braucht, um seinen Weg zu gehen.“ Schreyer-Stäblein merkt an, dass genau durch solche Ursachen psychische Beeinträchtigungen bei Kindern entstehen können. Vielmehr müsse es wichtig sein, jedes Kind individuell nach seinen Fähigkeiten zu fördern
Kerstin Schreyer-Stäblein gab in ihrer Rede als Stoßrichtung in der Bildungspolitik vor: Die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers sowie die Elternberatung muss gewährleistet sein, damit für jedes einzelne Kind das sein eigener Lebensweg gestaltet werden kann.

Landtagsabgeordnete
Kerstin Schreyer-Stäblein
Maximilianeum
81627 München
Tel. 089/4126-2084
Fax. 089/4126-1084

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Kommentare unserer Leserinnen und Leser

Erstellt von Gast (nicht überprüft) am 15 Mai, 2009 - 10:29.
# 23
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19 Beiträge
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Kommentar:

Ja, es geht um das Wohl unserer Kinder.
Aber - nicht alle Kinder sind gleich - zum Glück.
Ein Entscheidungsdruck ist und bleibt unsinnig und führt zu Fehlern, die später nicht mehr korrigiert werden können.

Unser gegliedertes Schulsystem ist zu eng für eine dynamische Kindererziehung.

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