01.08.2010 / 07:50

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Bürger und Gemeinden über das schöne Isartal bei München

Straßlach-Dingharting südlich von Grünwald

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Unentdecktes Potential Verfasst von Isartal Redaktion am 12.12.2008
isartal.info Ortsbild für Straßlach Bildrechte: Rainer Feike / Baierbrunn | mehr

Straßlach-Dingharting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München. Die Gemeinde führte bis 1989 den amtlichen Namen Straßlach. Straßlach-Dingharting besteht aus 13 Ortsteilen, dazu gehören unter anderem Straßlach, Großdingharting, Kleindingharting, Hailafing, Holzhausen, Beigarten, Deigstetten, Ebertshausen und Frundsbergerhöhe.
Die Gemeinde Straßlach-Dingharting erstreckt sich bis hinunter in das Isartal, dort liegt das Mühltal. Heute befindet sich dort ein Wasserkraftwerk der Isar-Amperwerke und der Ausflugsgasthof „Zur Mühle“.

Da auf der Isar Floßfahrt betrieben wird, gibt es neben dem Kraftwerk eine betonierte Floßrutsche, über die ein Floß die Staustufe überwinden kann. Sie gilt als die längste Floßrutsche der Welt.
Die Ortschaft Straßlach liegt als typisches Straßendorf an der alten Tölzer Straße zwischen München und Bad Tölz östlich des Isartals etwa 4 km südlich von Grünwald und damit 7 km südlich von München. Ihr Name leitet sich von der Straße (Straz), die bereits seit der Römerzeit existiert und von Oberhaching her kommt und dann auf der Frundsberghöhe die Isar überquert, und dem Wald (Loh), durch den sie verlief, her. Zusammen ergibt das "Strazloh" - woraus, wie oben genannt "Straßlach" entstand. Die Ortschaft entstand ziemlich spät, im Gegensatz zu den Anderen Ortsteilen.

Im Ort befindet sich das Gasthaus zum Wildpark, dessen Wirt Toni Roiderer Sprecher der Wiesnwirte ist und auf dem Oktoberfest das Hacker-Festzelt betreibt. Dieser Gasthof existiert bereits seit der Zeit, als der zwischen Straßlach und dem Isartal gelegene Wildpark noch königlich bayerisches Jagdrevier war.
Auch Dingharting, das aus den beiden einen knappen Kilometer auseinanderliegenden Ortschaften Großdingharting und Kleindingharting besteht, ist sehr viel älter als Straßlach selbst. Woher der Name der Ortschaften kommt, ist unklar. Entweder wurden sie von einem bajuwarischen Stammesführer mit Namen Degenhard gegründet oder er leitet sich von einer Thingstätte im Eichenwald (Hart) her. Gesprochen wird der Ortsname jeweils mit der Betonung auf der Silbe "Ding".

Die Großdinghartinger Dorfkirche steht auf den Fundamenten eines alten Römerturmes. Sie wurde von Jörg Fußsteiner gestiftet und von Jörg Ganghofer erbaut, der auch die Münchner Frauenkirche errichtete. Der Bau wurde im Jahre 1492 vollendet. Die Kirche ist mit zwei sogenannten „Asylkreuzen“ versehen: Ein zum Tode verurteilter Verbrecher durfte versuchen, sich vom zwischen Großdingharting und Beigarten gelegenen Galgenberg bis zur Kirche durchzuschlagen. Entging er seinen Verfolgern und gelang es ihm, das nahe dem Eingang der Kirche angebrachte Kreuz zu berühren, war er frei.

In Kleindingharting liegt als höchster Punkt der Umgebung die Ludwigshöhe, die nach König Ludwig benannt wurde. Dieser wollte kurz vor seinem Tod eine Sommerresidenz auf der schönen Anhöhe bauen. Die Allee dazu wurde bereits angelegt und spendet heute noch in den warmen Sommermonaten kühlen Schatten. Zum Bau des Schlosses ist es nie gekommen.

Zunächst wurde auch der notwendige Doppelname für die neue Gemeinde verweigert, der dann aber 1989 doch Wirklichkeit wurde. Beide Gemeindeteile zeichnet ein reges, eigenständiges Vereinsleben aus. Alle zehn Ortsteile sind dörflich geprägt und malerisch gestaltet.

Die in der Fläche fünftgrößte Gemeinde im Landkreis München - sie erstreckt sich über 28,38 Quadratkilometer (bei 2700 Einwohner) - erhielt ihr vielseitiges Gesicht in der Eiszeit. Moränenhügel und die Schotterebene bestimmen das Bild. Wichtige Bodendenkmäler bezeugen uraltes Siedlungsgebiet: (etwa 100 v.Chr.) das Viereckschanzen-Paar von Holzhausen - nach neuesten Grabungen als "heilige Gevierte" der Kelten erkannt, (kurz nach der Zeitenwende) die Römerstraße luvavum (Salzburg) - Augusta Vindelicum (Augsburg) - vom Legionslager Deisenhofen her führt sie entlang der Straßlacher Nordgrenze und durchfurtet die Isar zu Füßen der "Römerschanze" (etwa 6. Jahrhundert) eine der ersten frühchristlichen Kirchen diesseits der Alpen bei Epolding – beim Mühlthaler Kraftwerksbau als Kern einer merowingischen Siedlung freigelegt, (8. bis 9. Jahrhundert) die frühkarolingischen Gräber am Asperg und im nahen Kleindingharting.

Schon der mittelalterliche Besitzstand scheidet klar die beiden Gemeindebereiche: Straßlach "strazzloh" = Wald an der Römerstraße (819*) mit der Ortsgemeinde Beigarten "pigartten" - Bienengarten (1098*), dem Weiler Deigstetten "tustWerbeplatz A3etin" = Haus der Tuto (1087*) und den Einöden Hailafing "haidolfing" = Haus des Haidolf (1140*), Dürnberg (1313-1872 aufgeforstet), Epolding "ehapaldinga" (762*) und der Obermühle (1278*) wie der Untermühle (1180*) im heutigen Mühlthal.

Seit 1140, als der edle Ainwich - ein Freisinger Ministerale aus Straßlach dem Kloster Güter schenkte, seit 1276, als Burg und Ortschaft Beigarten - bis dahin südlichster Stützpunkt Freisinger Bistumsmacht - vom Stift erworben wurden; bis zur Säkularisation 1803 gehörte dieses Gebiet geschlossen zur Hofmark Schäftlarn, ja "Unterm Krummstab war gut leben!". Dingharting "dingherting" = Siedlung des Deginhart (1169*), erst seit etwa 1350 in Groß- und Kleindingharting unterschieden, mit den Orts-gemeinden Holzhausen "holtzhusun" = Häuser am (im) Wald (1127*) und Ebertshausen "eparunahusa" = Haus des Eparun (994*).

Die stattlichen Anwesen dieses Gebietes waren Streubesitz zahlreicher weltlicher und geistlicher Oberherrn und daher stets "landgerichtisch", d.h. sie unterstanden der landesherrlichen Gerichtsbarkeit. So finden wir im 14. Jahrhundert in Großdingharting eine "Landschranne", die im 15. Jahrhundert nach Perlach verlegt wird.

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