Straßlach einstimmig gegen den Südring
Bildrechte: Autobahndirektion Südbayern | mehr
Der Gemeinderat der Gemeinde Straßlach-Dingharting spricht sich nun einstimmig gegen den Autobahn-Südring aus. Um dem Nachdruck zu verleihen, bittet der Rat die Bürger sich per Unterschrift folgender Resolution anzuschließen:
1. Leitlinie der Gemeinde Straßlach-Dingharting war und ist eine nachhaltige und behutsame Entwicklung unseres Lebensraumes. Ein Autobahnringschluss im Süden führt durch die Verkehrsader selbst und durch das darauf aufbauende nachgeordnete Straßennetz zu einem irreversiblen Eingriff in Natur und Landschaft südlich der Landeshauptstadt München.
2. Ein Autobahn-Südring würde im Würmtal, im Isartal, im Gleißental und im Hachinger Tal unwiederbringlich Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete von überregionaler Bedeutung zerstören. Die betroffenen Kulturlandschaften, Waldgebiete, unverzichtbarer Naherholungsraum und die Trinkwasser-Reservoirs einer ganzen Region würden in Mitleidenschaft gezogen.
3. Das hohe Verkehrsaufkommen im Münchener Osten und Norden ist unbestreitbar. Es ist maßgeblich bedingt durch die neue Messe in München Riem, durch den Flughafen München Franz-Josef-Strauß und durch eine expansive Ausweisung von Gewerb e- und Wohngebieten in den angrenzenden Gemeinden innerhalb und außerhalb des Landkreises München. Hierdurch wird auch überregional erheblicher Verkehr angezogen. Ein Autobahn-Südring kann jedoch diesen Ziel- und Quellverkehr nur unzureichend ableiten und den Ostring nicht wirksam entlasten. Insoweit ist das Projekt nicht zielführend. Es sind alternative Möglichkeiten zu prüfen.
4. Eine Tunnel-Lösung ist keine realistische Alternative. Ihre technische Machbarkeit ist offen, sie würde in unvertretbarer Weise knappe öffentliche Gelder in Höhe von Milliarden Euro verschlingen und zwangsläufig nachteilig in die Grundwassersituation eingreifen. Eine "Öko-Autobahn" ist ein irreführendes Schlagwort.
5. Die Gemeinde Straßlach-Dingharting befürwortet in Solidarität mit gleichgesinnten Gemeinden des "Südbündnisses" eine weiträumige Umfahrung des Großraumes München und einen weiteren Ausbau des Ostringes zur Gewährleistung einer nachhaltigen und verträglichen Entwicklung.
6. Mit Rücksicht auf die unüberbrückbaren Raumwiderstände, die vernachlässigbar geringe Verkehrsentlastung im Münchener Norden und Osten und die Erhöhung des Verkehrsaufkommens in unserer Gemeinde um 40%, die bereits mit dem ersten Zwischenergebnis der Machbarkeitsstudie belegt sind, lehnt die Gemeinde Straßlach-Dingharting den geplanten Autobahnringschluss in jeder Variante, auch in Teilabschnitten, ab.
Bürger der Gemeinde können die Resolution unterstützen und finden das Original im Internet der Gemeinde:
Quelle: http://www.strasslach-dingharting.de/export_download.php?id=681
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Isartal.info ist Internet von Bürgern für Bürger des Isartals südlich von München. Die Teilnahme ist kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts.


Kommentare unserer Leserinnen und Leser
19 Beiträge
Dabei seit 01.01.1970
Kommentar:
Was ist denn das für eine Argumentation? Der Autobahn-Südring ist doch deshalb notwendig, um das umweltschädliche Verkehrs-Nadelöhr im Münchner Süden und Süd-Westen (Stadt wie Umland) zu beseitigen, wo örtlicher und überörtlicher Verkehr nicht getrennt werden und für endlose Staus sorgen. Wie soll denn ein Autobahn-Südring den Verkehr im Nord-Osten spürbar entlasten? Das sind doch überwiegend ganz andere Verkehrsströme! Der Südring soll ja schließlich Entlastung für den Verkehr vom Westen nach dem Süden sorgen, der Autobahn-Ring Nord-Ost für den Verkehr vom Norden nach dem Süden.Für eine Entlastung des Nord-Ostens wäre der Ausbau der B15 hilfreich.